Die von der WHO geschaffene ICF (International Classifikation of Functions) ist in vielen Bereichen die Grundlage für therapeutische und pädagogische Prozesse. Sie definiert Therapie übergeordnet. Therapie im Sinne der ICF umfasst:
Therapie, Förderung, Training, Rehabilitation und auch die Initiierung von Lernprozessen. Die ESAAT (European Society of Animal Assisted Therapy) hat Definitionen für die tiergestützte Therapie beschlossen, an denen wir uns orientieren.
Die Ausbildungen sind vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz definiert, als prüfungsabnehmende Stelle wurde das Messerli Institut (Vet. Med. Universität) festgelegt.

Der Überbegriff „tiergestützte Therapie/Intervention“ wird für den therapeutischen und pädagogischen Einsatz von Tieren, für alle tiergestützten Maßnahmen (z.B. Interaktion, Pädagogik, Förderung, Intervention), verwendet. Therapie wird umfassend im Sinne einer professionellen Helferbeziehung mit Einflussnahme auf den Menschen verstanden und umfasst alle Angebote, die zur Heilung bzw. zur Linderung von Beschwerden und Symptomen zur Verfügung stehen und somit auch präventive und fördernde Maßnahmen.
Der Einsatz soll zur Verbesserung des Gesundheitszustandes und des subjektiven Wohlbefinden des Patienten beitragen.

Tiergestützte Therapie/Intervention

  • umfasst bewusst geplante pädagogische, psychologische und sozialintegrative Angebote mit Tieren für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen mit kognitiven, sozial-emotionalen und motorischen Einschränkungen, Verhaltensstörungen und Förderschwerpunkten,
  • beinhaltet auch gesundheitsfördernde, präventive und rehabilitative Maßnahmen,
  • findet im Einzel- und Gruppensetting statt
  • hat als Basis die Beziehungs- und Prozessgestaltung im Beziehungsdreieck Klient – Tier – Bezugsperson,
  • beinhaltet Methoden, bei denen Klienten mit Tieren interagieren, über Tiere kommunizieren oder für Tiere tätig sind,
  • erfolgt zielorientiert anhand klarer Prozess- und Themenorientierung unter Berücksichtigung tierethischer Grundsätze,
  • wird von einer Fachkraft mit Ausbildung für tiergestützte Therapie und kontinuierlicher Weiterbildung durchgeführt.

Allgemeine Ziele der tiergestützten Therapie/Intervention sind:

  • Die körperlichen, kognitiven und emotionalen Funktionen wiederherzustellen und zu erhalten,
  • die Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Durchführung von Aktivitäten und Handlungen zu fördern,
  • das Einbezogensein in die jeweiligen Lebenssituationen zu fördern und
  • das subjektive Wohlbefinden zu verbessern.

Die speziellen Ziele der TgT/Intervention orientieren sich ausgehend von der Indikationsstellung an Bedürfnissen, Ressourcen und am Störungsbild sowie dem Förderbedarf des jeweiligen Klienten.
Ob tiergestützte Therapie durchgeführt werden soll (ob dies indiziert ist), wird vom behandelnden Arzt entschieden.

Therapiebegleithunde werden bei bestehenden körperlichen oder psychischen Erkrankungen, Behinderungen bzw. Verletzungen aber auch präventiv und fördernd bei Menschen aller Altersgruppen eingesetzt. Sie sollen zur Heilung bzw. zur Linderung von Beschwerden und Symptomen und zur Verbesserung des subjektiven Wohlbefinden und des grundsätzlichen Gesundheitszustandes des Patienten beitragen. Therapiebegleithunde-Teams besuchen das Klientel ein- oder mehrmals stundenweise. Ihr Einsatzgebiet sind Krankenhäuser, Pflegeheime, Pensionistenwohnhäuser, integrative Schulen. Einsätze finden in Einzelsitzungen oder Kleingruppen statt.

Tiergestützte Pädagogik / Präsenzhunde werden regelmäßig für eine bestimmte Zeit in den Unterricht (im Klassenraum) einbezogen, um das soziale Gefüge in der Klasse, die Schüler/Lehrer-Beziehung und die individuellen sozialen Kompetenzen der Schüler/innen zu stärken. Ihr Einsatzgebiet sind Schulen.

Tiergestützte Pädagogik / Schulbesuchshunde werden hingegen nur einmal oder in unregelmäßigen Abständen in das Unterrichtsgeschehen einbezogen. Ihr Einsatz soll den Schüler/innen ein altersgerechtes Wissen über Hunde, insbesondere über deren adäquate Haltung und Pflege, den damit verbundenen Aufwand sowie über das Wesen des Tieres vermitteln. Ihr Einsatzgebiet sind Kindergärten und Schulen.

Assistenzhunde
Diese werden als ständige Begleithunde für Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen ausgebildet und trainiert.

Bei allen Ausbildungen ist der Gehorsam des Hundes ein wesentlicher Faktor. Der Hundeführer muss seinen Hund auch in stressigen, unvorhersehbaren Situationen stets unter Kontrolle halten können.

 

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